Bewertungen für Wir schaffen das

Wir schaffen das

Wir schaffen das

Eine sozialphilosophische Betrachtung gesellschaftlicher Verhältnisse

Kundenrezensionen

4.9 von 5
14 Bewertungen
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Alle Bewertungen

Amazon Kunde

10.12.2025
Ehrlich, nah dran und regt richtig zum Nachdenken an
Das Buch hat mich echt gepackt, weil es nicht aus der Theorie kommt, sondern direkt aus dem echten Leben. Der Autor erzählt sehr offen aus seinem Alltag in der Jugendhilfe und man merkt sofort, dass er weiß, wovon er spricht. Nichts beschönigt, nichts dramatisiert – einfach ehrlich. Gerade die Geschichte des Jugendlichen, den er begleitet, bleibt hängen und zeigt, wie groß der Unterschied zwischen Politik-Sprüchen und echter Realität sein kann. Man versteht beim Lesen viel besser, warum manche Dinge funktionieren und andere eben nicht. Es ist kein leichtes Thema, aber super verständlich geschrieben und total menschlich. Wer mal einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen von Integration und Sozialarbeit werfen will, ist hier genau richtig.
L

Lutz

02.12.2025
Erfrischend ehrlich und praxisnah
Die Abhandlung "Wir schaffen das" von Furin Theodor Wirtz changiert zwischen abstrakten theoretischen Erörterungen und praxisnahem Erfahrungsbericht. Der erste Teil (1) dient der Schilderung eines unbegleiteten Kinderflüchtlings (UMF) "Lovejeet" . Seine traurige Geschichte wird nacherzählt. Der wissenschaftliche Essay wendet sich also zunächst der Praxis der Flüchtlingspolitik aus Sicht eines Betroffenen zu, die von der permanenten Sorge um ihren Aufenthaltsstatus und einem "Kulturschock" gekennzeichnet ist, zu. Jenseits von Stammtischparolen wird das Leid vieler Flüchtlinge geschildert. 60% der Asylbewerber litten unter einer posttraumatischen Belastungsstörung durch Krieg, Vertreibung, Zerstörung des Heimatortes, Verfolgung, Zeugenschaft bei Misshandlungen und Tötungen, sexueller Gewalt, Zwangsprostitution oder auch eigener Täterschaft (als Kindersoldat), ausgelöst. In einem zweiten Teil (2) widmet der Autor nun theoretischen Explikationen zu Gerechtigkeitsfragen, um in einer Art Fazit (3) u.a. auf die Digitalisierung als Problem der politischen Meinungsbildung insbesondere von Jugendlichen hinzuweisen. Er lobt dort ausdrücklich aus einem linken politischen Hintergrund kommend dennoch Merkel und ihren humanen Satz " Wir schaffen das". Ein Essay, praxisnah geschrieben, mit theoretischem Anspruch.
E

Eliza T

02.12.2025
Ein wichtiges, mutiges und sehr menschliches Buch
Wir schaffen das hat mich beeindruckt. Der Autor verbindet fachliches Wissen mit persönlicher Erfahrung und schafft damit einen ehrlichen Blick auf die Realität junger Flüchtlinge – jenseits politischer Schlagworte. Besonders berührend ist die Geschichte von Lovejeet, die zeigt, welche Kraft und Würde in einzelnen Biografien steckt. Das Buch öffnet Perspektiven, statt zu urteilen, und schenkt Verständnis, wo oft nur Debatten geführt werden. Ein wertvoller Beitrag für alle, die unsere Gesellschaft wirklich verstehen wollen.
G

Gerdes

02.12.2025
Ehrlich, unbequem und irgendwie wichtig
Wirtz schreibt über das, was nach den großen Versprechen von 2015 wirklich passiert ist – nicht aus der Politikerecke, sondern aus der Jugendhilfe, wo er selbst jahrelang gearbeitet hat. Im Zentrum steht die Geschichte eines minderjährigen Geflüchteten, an der er aufzeigt, wo Integration gelingt und wo sie krachend scheitert. Das liest sich stellenweise anstrengend, weil es eben nicht die einfachen Antworten gibt, die man sich manchmal wünscht.
P

Petra Pereira

02.12.2025
Wir schaffen das‘ und der harten Realität – ein wichtiger Erfahrungsbericht aus der Jugendhilfe
Furin Theodor Wirtz verbindet in diesem Buch politische Debatte und gelebten Berufsalltag auf eine eindringliche Weise. Ausgehend von Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“ zeigt er sehr konkret, wo Integrationsprozesse gelingen – und wo sie an Systemgrenzen, Überforderung und gesellschaftlicher Verrohung scheitern. Besonders stark sind die Passagen, in denen er die Geschichte eines minderjährigen Flüchtlings nachzeichnet und damit den großen Begriffen wie Solidarität, Verantwortung und Gerechtigkeit ein Gesicht gibt. Zentral ist dabei der Fokus auf biografische Arbeit als Basiskompetenz im Hilfeprozess: Wirtz macht nachvollziehbar, warum es nicht reicht, kurzfristig „Probleme zu managen“, sondern warum Verstehen der Lebensgeschichte und gemeinsame Zukunftsperspektiven entscheidend sind. Das Buch ist weniger eine neutrale Analyse, sondern ein persönlich geprägter, engagierter Beitrag, der die Spannungen zwischen politischen Versprechen und sozialer Wirklichkeit deutlich benennt. Wer die Jugendhilfe, Integrationsarbeit und den Zustand unserer Demokratie nicht nur abstrakt diskutieren, sondern aus der Sicht eines Praktikers verstehen möchte, findet hier einen nachdenklich machenden, stellenweise unbequemen, aber wichtigen Einblick.“
J

J. B.

01.12.2025
Fundierte Analyse gesellschaftlicher und sozialer Strukturen
Das Buch bietet eine sachliche und detaillierte Analyse der sozialen Rahmenbedingungen, unter denen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland leben. Besonders präzise wird dargestellt, wie biografische Arbeit in der Jugendhilfe funktioniert und welche Bedeutung sie für Integration und Identitätsentwicklung hat. Die Verbindung zwischen praktischen Beispielen und sozialphilosophischen Überlegungen zu Gerechtigkeit und Verwaltungshandeln verleiht dem Text fachliche Tiefe. Die nüchterne Darstellung komplexer Zusammenhänge macht das Werk zu einer fundierten Ressource für alle, die sich professionell oder wissenschaftlich mit Migration, Jugendhilfe und gesellschaftlichen Strukturen befassen.
R

RS

26.11.2025
Ein notwendiges, mutiges und tief bewegendes Buch
Dieses Buch trifft mitten ins Zentrum einer Debatte, die oft laut geführt, aber selten wirklich verstanden wird. Der Autor schafft es, ein hochkomplexes Feld so greifbar zu machen, dass man als Leser plötzlich mitten in der Realität der Betroffenen steht. Die biografischen Einblicke, präzise, ungeschönt und respektvoll, erzeugen eine Nähe, die nachhallt, ohne je voyeuristisch zu werden. Gleichzeitig verbindet das Buch diese persönlichen Perspektiven mit einer analytischen Tiefe, die man in der öffentlichen Diskussion vergeblich sucht. Es zeigt nicht nur, was im System schiefläuft, sondern auch, wie schwer es für alle Beteiligten ist, in den bestehenden Strukturen überhaupt wirksam zu handeln. Besonders einprägsam ist die reflektierende Haltung: Sie zwingt dazu, vermeintlich klare Meinungen neu zu überdenken. Genau darin liegt die Kraft des Textes. Er öffnet Räume, statt sie zu schließen, und erzeugt eine Spannung, die nicht aus Ereignissen, sondern aus Erkenntnissen entsteht. Ein Buch, das man nicht weglegt, ohne verändert zu sein.
S

Sven2803

26.11.2025
so eine stille Hartnäckigkeit, die ich irgendwie mochte
Ich hab das Buch von Wirtz gelesen und musste öfter mal eine Pause machen, weil es einen doch mehr packt, als man vorher denkt. Er schreibt nicht theoretisch von oben herab, sondern so, wie jemand spricht, der wirklich jahrelang im Trubel der Jugendhilfe gesteckt hat. Man merkt die Müdigkeit an manchen Stellen, aber auch . Die Geschichte des geflüchteten Jugendlichen zieht sich wie ein roter Faden durch alles und hat mich öfter an eigene Begegnungen erinnert, nicht immer angenehme. Wirtz zeigt ziemlich nüchtern, wo das System hinkt und wo wir uns als Gesellschaft gern was vormachen. Gleichzeitig wirkt das nie wie ein Rundumschlag, eher wie ein tastender Versuch, ehrlich hinzuschauen, auch wenns weh tut. Seine Gedanken zur biografischen Arbeit fand ich überraschend hilfreich, obwohl ich da zuerst skeptisch war. Ein paar Stellen lesen sich etwas holprig, aber genau das macht das Buch nahbar. Ein kleiner Rechtschreibfehler ist mir auch hängen geblieben, aber stört null.
S

Schnuffel

25.11.2025
"Wir schaffen das“ – und ja, dieses Buch schafft mich auch ein bisschen
Normalerweise – so sagt mein innerer Rezensent mit der Hornbrille – fängt man bei Bewertungen ja mit den guten Punkten an. Mache ich hier bewusst nicht. Denn die leicht kritischen Punkte liegen am Anfang des Buches wie ein liegengebliebener Einkaufswagen auf dem Supermarktparkplatz: Man stolpert erst mal drüber, denkt kurz „Na super“ – und dann geht’s weiter. Erster Stolperer: Cover und Titel. Ich sah „Wir schaffen das“ und dachte: Oha. Merkel. Migration. Vielleicht ein bisschen „Ich bin nicht rechts, aber…“ – kennt man ja, diese Sätze, die immer ganz harmlos anfangen und dann plötzlich wie ein politisches Überraschungsei explodieren. Meine Hände zitterten schon in Vorahnung. Ich erwog, das Buch vorsichtshalber mit Grillanzündern zu umstellen. Doch dann haut Wirtz einfach rein. So rein, dass ich kurz Sorge hatte, andere könnten das Buch zu früh weglegen. Was schade wäre. Denn es ist verdammt – VERDAMMT – gut. Warum? Geduld, Mensch. Kommt gleich. Ja, es gibt Fachbegriffe. Und Abkürzungen. Und Passagen, bei denen Menschen, die ihre politische Bildung hauptsächlich aus der Bild (oder für Intellektuelle: der FAZ) beziehen, spontan Schnappatmung bekommen könnten. Aber das war’s dann auch schon mit den Kritikpunkten. Ab hier geht die Party ab. Wirtz schafft es – und das schaffen wirklich nicht viele – politische Themen aus allen menschlichen Perspektiven zu betrachten. Nicht nur quer, auch längs und diagonal. Das ist schon fast Kunst. Dazu Beispiele, die nicht im Klischeesaft baden. Kein „Die Deutschen sind so, die typischen Ausländer sind so“ – sondern echte Menschen. Unverpackt, unpasteurisiert, roh belassen. Politische Neutralität? Gibt’s nicht. Aber Wirtz findet eine Linie, die weder rechts noch links abbiegt, sondern mitten durch den Text pflügt wie ein sehr gut informierter Rasenmäher, der sich am Grundgesetz orientiert. Respekt. Auch das gelingt nur wenigen, die sich auf das Schlachtfeld der politischen Debatten trauen, ohne einen Helm aus Verschwörungstheorien aufzusetzen. Und wenn es um Leute geht, die die Verfassung ablehnen – da hört die Neutralität bei ihm auch konsequent auf. Sehr gut. Sollte sie auch. Während ich las, bettelte ich innerlich um ein persönliches Schlusswort von Wirtz. Und es kam. Und es knallte. Nicht wie ein Böller an Silvester, sondern wie die Erkenntnis, dass man vielleicht doch noch in diesem Land wohnen möchte. Er spricht Dinge an, die ich mich beim Frühstückskaffee frage: Warum schaffen andere Länder Dinge, die Deutschland nicht schafft? Und nein, er meint nicht Jamaika oder Japan, sondern unsere direkten Nachbarn, bei denen man theoretisch mit dem Fahrrad rüberfahren könnte, wenn man nicht so eine deutsche Bürokratiemüdigkeit hätte. Fazit: Wer dieses Thema wirklich verstehen will, sollte dieses Buch lesen. Sich durch die ersten Seiten kämpfen, ja – da müssen wir alle durch. Aber es wird mit jeder Seite besser. Klarer. Menschlicher. Und am Ende denkt man: Vielleicht schaffen wir’s ja wirklich. Irgendwann.
T

Tom Kreuzer

24.11.2025
Empfehlung
Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von konkreten Fallbeispielen mit sozialphilosophischer Reflexion. Die Geschichte des minderjährigen Flüchtlings macht die oft abstrakt geführten Debatten greifbar und menschlich, ohne dabei belehrend oder moralisierend zu wirken. Wirtz schreibt klar, reflektiert und zugleich mit spürbarer Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit.