Buch entdecken

Erfahre mehr über dieses Buch

');">
Wir schaffen das Wir schaffen das

Wir schaffen das

Eine sozialphilosophische Betrachtung gesellschaftlicher Verhältnisse

Über dieses Buch

"Wir schaffen das!" – mit diesen Worten rief Angela Merkel 2015 zur Zuversicht in einer Zeit historischer Herausforderungen auf. Eine Welle der Solidarität ging durch Deutschland. Doch was ist aus diesem Aufbruch geworden?

Dieses Buch geht der Frage nach, warum die damals gegebene Hoffnung und die politischen Versprechen oft an den Realitäten scheitern – und was das über den Zustand unserer Gesellschaft verrät. Der Autor Furin Theodor Wirtz, selbst langjähriger Sozialarbeiter und Amtsvormund, nimmt seine Leser:innen mit in die tägliche Praxis der Jugendhilfe: zwischen gelingender Integration, scheiternden Versuchen, biografischen Brüchen und den Grenzen eines Systems, das unter Druck steht.

Anhand konkreter Erfahrungen und der Geschichte eines minderjährigen Flüchtlings entfaltet sich eine tiefgehende Reflexion über Solidarität, Verantwortung, Verrohung und die wachsende Kluft zwischen politischen Idealen und sozialer Wirklichkeit. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Migration, sondern auf die Frage, wie wir heute als Gesellschaft zusammenleben – und was nötig wäre, um das "Wir schaffen das" mit neuem Leben zu füllen.

Wirtz möchte mit seinem Buch zeigen, wie Biografische Arbeit mit zu betreuenden Personen als Basiskompetenz für einen gelungenen Hilfeprozess verstanden werden muss. Für ihn betrifft diese Arbeitsweise den gesamten sozialen Bereich der Gesellschaft bis hin zum Umgang untereinander der Menschen in derselben. Mit der Arbeit an der eigenen Biografie bearbeitet das Individuum nicht nur seinen jetzigen Standort, sondern versucht den Weg bis dorthin zurückzuverfolgen und neue konstruktive Wege in die Zukunft zu entwerfen.

Ein eindringlicher, persönlich geprägter Beitrag zur sozialphilosophischen Debatte über Gerechtigkeit, Integration und das fragile Fundament unserer Demokratie.

Bewertungen

4.9

Basierend auf 14 Bewertungen

Spitzenrezensionen

Amazon Kunde

"Ehrlich, nah dran und regt richtig zum Nachdenken an"
Das Buch hat mich echt gepackt, weil es nicht aus der Theorie kommt, sondern direkt aus dem echten Leben. Der Autor erzählt sehr offen aus seinem Alltag in der Jugendhilfe und man merkt sofort, dass er weiß, wovon er spricht. Nichts beschönigt, nichts dramatisiert – einfach ehrlich. Gerade die Geschichte des Jugendlichen, den er begleitet, bleibt hängen und zeigt, wie groß der Unterschied zwischen Politik-Sprüchen und echter Realität sein kann. Man versteht beim Lesen viel besser, warum manche Dinge funktionieren und andere eben nicht. Es ist kein leichtes Thema, aber super verständlich geschrieben und total menschlich. Wer mal einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen von Integration und Sozialarbeit werfen will, ist hier genau richtig.
L

Lutz

"Erfrischend ehrlich und praxisnah"
Die Abhandlung "Wir schaffen das" von Furin Theodor Wirtz changiert zwischen abstrakten theoretischen Erörterungen und praxisnahem Erfahrungsbericht. Der erste Teil (1) dient der Schilderung eines unbegleiteten Kinderflüchtlings (UMF) "Lovejeet" . Seine traurige Geschichte wird nacherzählt. Der wissenschaftliche Essay wendet sich also zunächst der Praxis der Flüchtlingspolitik aus Sicht eines Betroffenen zu, die von der permanenten Sorge um ihren Aufenthaltsstatus und einem "Kulturschock" gekennzeichnet ist, zu. Jenseits von Stammtischparolen wird das Leid vieler Flüchtlinge geschildert. 60% der Asylbewerber litten unter einer posttraumatischen Belastungsstörung durch Krieg, Vertreibung, Zerstörung des Heimatortes, Verfolgung, Zeugenschaft bei Misshandlungen und Tötungen, sexueller Gewalt, Zwangsprostitution oder auch eigener Täterschaft (als Kindersoldat), ausgelöst. In einem zweiten Teil (2) widmet der Autor nun theoretischen Explikationen zu Gerechtigkeitsfragen, um in einer Art Fazit (3) u.a. auf die Digitalisierung als Problem der politischen Meinungsbildung insbesondere von Jugendlichen hinzuweisen. Er lobt dort ausdrücklich aus einem linken politischen Hintergrund kommend dennoch Merkel und ihren humanen Satz " Wir schaffen das". Ein Essay, praxisnah geschrieben, mit theoretischem Anspruch.
E

Eliza T

"Ein wichtiges, mutiges und sehr menschliches Buch"
Wir schaffen das hat mich beeindruckt. Der Autor verbindet fachliches Wissen mit persönlicher Erfahrung und schafft damit einen ehrlichen Blick auf die Realität junger Flüchtlinge – jenseits politischer Schlagworte. Besonders berührend ist die Geschichte von Lovejeet, die zeigt, welche Kraft und Würde in einzelnen Biografien steckt. Das Buch öffnet Perspektiven, statt zu urteilen, und schenkt Verständnis, wo oft nur Debatten geführt werden. Ein wertvoller Beitrag für alle, die unsere Gesellschaft wirklich verstehen wollen.
G

Gerdes

"Ehrlich, unbequem und irgendwie wichtig"
Wirtz schreibt über das, was nach den großen Versprechen von 2015 wirklich passiert ist – nicht aus der Politikerecke, sondern aus der Jugendhilfe, wo er selbst jahrelang gearbeitet hat. Im Zentrum steht die Geschichte eines minderjährigen Geflüchteten, an der er aufzeigt, wo Integration gelingt und wo sie krachend scheitert. Das liest sich stellenweise anstrengend, weil es eben nicht die einfachen Antworten gibt, die man sich manchmal wünscht.
P

Petra Pereira

"Wir schaffen das‘ und der harten Realität – ein wichtiger Erfahrungsbericht aus der Jugendhilfe"
Furin Theodor Wirtz verbindet in diesem Buch politische Debatte und gelebten Berufsalltag auf eine eindringliche Weise. Ausgehend von Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“ zeigt er sehr konkret, wo Integrationsprozesse gelingen – und wo sie an Systemgrenzen, Überforderung und gesellschaftlicher Verrohung scheitern. Besonders stark sind die Passagen, in denen er die Geschichte eines minderjährigen Flüchtlings nachzeichnet und damit den großen Begriffen wie Solidarität, Verantwortung und Gerechtigkeit ein Gesicht gibt. Zentral ist dabei der Fokus auf biografische Arbeit als Basiskompetenz im Hilfeprozess: Wirtz macht nachvollziehbar, warum es nicht reicht, kurzfristig „Probleme zu managen“, sondern warum Verstehen der Lebensgeschichte und gemeinsame Zukunftsperspektiven entscheidend sind. Das Buch ist weniger eine neutrale Analyse, sondern ein persönlich geprägter, engagierter Beitrag, der die Spannungen zwischen politischen Versprechen und sozialer Wirklichkeit deutlich benennt. Wer die Jugendhilfe, Integrationsarbeit und den Zustand unserer Demokratie nicht nur abstrakt diskutieren, sondern aus der Sicht eines Praktikers verstehen möchte, findet hier einen nachdenklich machenden, stellenweise unbequemen, aber wichtigen Einblick.“